Geschichte des Ordens

Die folgenden Ausführungen geben einen Einblick in die Gründungsjahre unserer Gemeinschaft.

 

Im Zeitalter der Umwälzungen der Grundlagen der europäischen Kultur nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schlägt die Stunde für eine neue Ordnung des Rittertums.

 

06. August 1945:
Ein junger Mann im Alter von 18 Jahren klopft an die Tür der normannischen Benediktinerabtei Saint-Wandrille und bittet den Abt Gabriel Dom Gontard zum Unterstützung. Es ist Marie-Gérard Lafond. Das Buch von Léon Gautier über das Rittertum hat in ihm die Berufung geweckt, selbst Ritter zu werden. Die Benediktiner werden ihn auf seinem Weg forthin begleiten.

 

Ende 1945:
Der Orden wird Unserer Lieben Frau geweiht und ihren Namen tragen. Seine Angehörigen weihen sich Ihr nach der Weise des heiligen Ludwig-Maria Grignion de Montfort. Der Gründer und seine Gefährten studieren die Regel des heiligen Benedikt, die Schriften des heiligen Bernhard von Clairvaux, die Regel der Tempelritter und die ritterliche Überlieferung.

 

September 1946:

Das erste „Magisterium“ des Ordens wird gebildet. Der Gründer beginnt, die Regel auszuarbeiten. Dom Gontard wird Generalkaplan des Ordens.

 

1947:
Der Orden entwickelt Tätigkeiten in Rouen und Paris: Verbreitung der Schriften des heiligen Ludwig-Maria Grignion de Montforts, Kampf gegen die öffentliche Unmoral, gegen die Propaganda der Sekten usw.

 

26. Oktober 1947 (Christkönigsfest):

Mit Genehmigung des Weihbischofs von Paris, S. Exz. Msgr. Roger Beaussart weiht Abt Gontard den Gründer und drei weitere Brüder zu den ersten Rittern nach der Bendictio novi militis (sakramentale Ritterweihe nach dem Rituale der katholischen Kirche). Von 1947 – 1960 werden 29 Ritter geweiht.

 

Es finden monatliche Kapitel in den Präzeptoraten (regionale Gruppen) statt. Die lehrhafte Bildung wird sichergestellt durch die „Cité catholique“ und ihre Zeitschrift „Verbe“.

 

1955:

Der Gründer und drei weitere Ritter werden zu Priestern geweiht.

 

02. Mai 1953:

Josef Probst (+ 1967) wird als erster deutscher Bruder in den Orden aufgenommen – ein Mann großer Frömmigkeit und edler Erhabenheit des Geistes. Er ist der unermüdliche Pionier des Ordens in Deutschland geworden.

 

1960:

Das 3. Generalkapitel billigt das „Statut der Damen“ und organisiert die Jugend des Ordens. Ab sofort ist der Orden auch für die Familien der Brüder geöffnet. In diesem Jahr zählt der Orden bereits sieben Nationalitäten.

 

17. September 1961:
Wakhtang Tsitsischvili, Chefredakteur von „La Nation géorgienne“ wird zum Ritter der MSM geweiht. Er leitet bis zu seinem Tod im Jahr 1964 die Arbeitsgruppe Maria-Königin (Kirche des Schweigens und gefesselte Nationen). Auf Veranlassung diesen georgischen Patrioten organisiert der Orden mehrere öffentliche Vorträge über die Situation der katholischen Kirche in kommunistischen Ländern.

 

1962 – 1965:
Die Arbeitsgruppe Saint-Maurice (Probleme von Krieg und Frieden, Armee) veröffentlicht zehn Hefte, die auf viele Fragen eine christliche und ritterliche Antwort geben und in schwierigen Zeiten viel Ermutigung in Frankreich uns seiner Armee verbreiten.

 

1962 – 1968:
Die Bruderschaft „Notre Dame die la Merci“ betreut mit 1000 Mitgliedern hunderte von Gefangenen und deren Familien.

 

Oktober 1963:

Der Gründer, P. Lafond, wird nach Rom geschickt, wo er 18 „Briefe aus Rom“ (03.11.1963 – 22.02.1965) über den Ablauf des II. Vatikanischen Konzils verfasst. Diese werden von der Zeitschrift „Nouvelles de Chrétienté“ übernommen und helfen so den Gläubigen, das Konzil zu verstehen, ohne sich durch den „progressistischen“ Geist umformen zu lassen, der fast die gesamte Presse beeinflusste.

 

1964:

Kardinal Ottaviani stellt ein günstiges Gutachten über den Orden aus. Daraufhin errichtet Msgr. Michon, Bischof von Chartres, den Orden kanonisch in Form einer Bruderschaft von Notre-Dame die Sous-Terre (Madonna der Krypta der Kathedrale zu Chartres). Die Gründungscharta wird von Prinz Xavier von Bourbon und Parma und von Msgr. Marc Lallier, Erzbischof von Marseille, unterzeichnet.

 

1965:

Drei Ritter und ein Page arbeiten in Rom beim Unternehmen ROC – Romana Colloquia mit. Es wurden zwölf Vorträge zu christlichen Themen gehalten, deren Zusammenfassung an die internationale Presse und an über 600 Konzilsväter geschickt wurde. Damit war das Unternehmen ROC eine Gegenbewegung zu den „Progressisten“.

 

08. Dezember 1967 (Fest der Unbefleckten Empfängnis):

Gründung der ersten Konvent-Komturei in Longron (Diözese Chartres). Seit 1969 befindet sie sich in Montireau. Sie soll ein Zentrum für Exerzitien und Studientagungen sein.

 

1968:

Eine Revolution hinterlässt tiefe Spuren in Frankreich und ganz Europa. Der Orden bleibt einig und wachsam. Tätigkeiten seiner Mitglieder verhindern die Agitation in einigen Universitäten und Gewerkschaftskreisen.

 

Mai 1968:

Der Orden nimmt zum ersten Mal geschlossen am Fest Mariä Himmelfahrt in Chartres teil und die Ritter tragen bei der Prozession durch Alt-Chartres die Reliquie des Schleiers Unserer Lieben Frau. Diese Tradition wird bis zum heutigen Tag fortgesetzt.

 

19. Juli 1968:
Der Orden wird in Deutschland durch Exz. Msgr. Dr. Rudolf Graber, Bischof von Regensburg, in der Alten Kapelle (externer Link) kanonisch errichtet. Diese ist nunmehr das Heiligtum des Ordens für das Priorat P. Pio (Deutschland und Österreich).

 

08. April 1968:

Der Orden wird durch Msgr. Nestor Adam, Bischof von Sion, in seinem Bistum in der Schweiz kanonisch errichtet. Das Heiligtum des Ordens dort ist die Kirche Notre-Dame die Valère (externer Link).

 

11.-16. August 1969:

Das XII. Generalkapitel billigt den endgültigen Text der Ordensregel.

 

1970:

Der Orden stärkt die Autorität des Heiligen Vaters, indem er den Gläubigen aufzeigt, daß der neue Ordo Missae weder häretisch noch zweideutig ist, sondern auf der Linie der katholischen Tradition liegt. Die hierzu verfasste „Note doctrinale“ erhält die Billigung der Kardinäle Ottaviani, Journet und Danielou.

 

Im November nehmen zahlreiche Brüder an der „Versammlung der Schweigenden“ in Versailles teil – einer breiten Bewegung gegen die revolutionären Unternehmungen in der Kirche.

 

In Deutschland und Frankreich erscheinen monatliche „Spezial-Informationen“ zu aktuellen religiösen Themen.

 

Informationen über die aktuellen Entwicklungen innerhalb unserer Gemeinschaft und die neuesten Aktivitäten des Ordens finden Sie im Register "Aktuelles" sowie in "Aktivitäten".