Aktuelles

An dieser Stelle werden aktuelle Meldungen des Ordens in chronologischer Reihenfolge veröffentlicht.

 

Beiträge, welche älter als vier Monate sind, finden Sie in unserem gut sortierten Archiv.

Impuls zum Hochfest des hl. Erzengels Michael

Liebe Brüder und Schwestern,

 

am 29. September feiert die heilige Mutter Kirche das Fest des hl. Erzengels Michael, Patron der katholischen Kirche und der Deutschen. Er ist der Hochmeister unseres Ritterordens, weshalb wir diesen Tag im Orden als Fest erster Klasse feiern.

 

Im 12. Kapitel der Offenbarung des hl. Apostels Johannes lesen wir, wie ein Drache (Satan) eine Frau (Sinnbild für die Gottesmutter Maria, aber auch für die Kirche) bedroht und ihr Kind zu verschlingen droht, sobald sie dieses geboren hat. Furchtlos sagt der hl. Erzengel Michel mit seinen himmlischen Heerscharen Satan den Kampf an und besiegt ihn.

 

Michael gehört zusammen mit Gabriel und Raphael zu den Erzengeln, den mächtigsten von Gott geschaffenen Geistern im Himmelreich. Er bildete sich jedoch auf seine Fähigkeiten und seine Herrlichkeit nichts ein, sondern bekannte in jedem Augenblick, dass alles, was er empfangen hatte, von Gott stammte. Sein Wahlspruch „Wer ist wie Gott?“ ist jedoch nicht nur ein Akt der Anerkennung der Autorität Gottes, sondern auch ein Akt der Vertrauens. Bitten wir den hl. Erzengel Michael um ein tiefes Vertrauen in die Allmacht Gottes, dass wir den kleinen und großen Prüfungen unseres Alltags ein mutiges „Wer ist wie Gott?“ entgegen schleudern können!

 

Michael ist treu. Er tut, was getan werden muss und läßt sich von Luzifer und seinem Anhang nicht einschüchtern. Tun auch wir, was unsere Standes- und Ordenspflichten fordern! Geben wir der Resignation keinen Raum in unseren Gedanken!

 

Beten wir mit Eifer jeden Dienstag den Rosenkranz zum hl. Erzengel Michael, wie es Kapitel XIII unserer Regel festlegt! Besinnen wir uns neu unseres Privilegs als Ordensmitglieder, jeden Tag in der Gegenwart der heiligen Engel leben zu dürfen! Sie sind unsere Mitknechte im Kampf.

 

Gemäß dem Wunsch unseres Meisters soll jedes Ordensmitglied am Dienstag ein besonderes Gebet oder eine Aktion zu Ehren des hl. Erzengels Michael verrichten.

 

Maria siegt!

 

Br. Peter Böhm

 

Beauftragter des Meisters für das Priorat P. Pio
Ecce ego quia vocasti me (1. Sam. 3,6)

Ordens-Kapitel im September 2020

Foto Kapitel September 2020: Vortragsraum
Foto: Privat

Vom 11. -13. September konnte unsere Gemeinschaft ein kleines Kapitel in einem Kloster in der Nähe von Aachen abhalten.

 

Neben dem gegenseitigen Austausch zwischen den Brüdern konnten wir junge Familien treffen, welche sich für unseren Orden interessieren. Dies bot uns Gelegenheit zu erörtern, was der Sinn eines Ritterordens in der heutigen Zeit ist: Ein gemeinsamer Weg im Glauben, ein gemeinsames Gebet, der brüderliche Austausch, die gegenseitige Stärkung im Glauben und nicht zuletzt das gemeinsame Eintreten für den Schutz der katholischen Religion und der Kirche in einer Welt, in welcher es immer schwieriger wird, bestimmte Werte gegen den Zeitgeist zu verteidigen.

Foto Kapitel 2020: Aufnahmezeremonie
Foto: Privat

Ein besonderer Höhepunkt war die Aufnahme eines Ehepaares als Diener und Dienerin Unserer Lieben Frau. Die gemeinsam verbrachten Gnadentage erfüllen uns mit einer tiefen Dankbarkeit!

 

Br. Peter Böhm

 

Impuls zum Gebet der Ritter Unserer Lieben Frau

Das vorliegende Referat wurde vom Beauftragten des Meisters für Deutschland und Österreich anlässlich des Kapitels im September 2020 gehalten. Es wird hier in Auszügen dokumentiert.

 

 

Liebe Brüder und Schwestern der MSM,

liebe Freunde unseres Ordens!

 

„Wenn ihr wüßtet, was es heißt, katholisch zu sein, ihr würdet jubeln und weinen vor Freude. Ihr würdet an der Esse eures Herzens mit frohem Hammerschlag stahlharte Paulusschwerter schmieden zum Streit mit Welt und Teufel. Ihr würdet aufrecht und gerade dastehen im Sturm und Beben und euch nicht ohnmächtig an alle stürzenden Ruinen lehnen. – Jeder Katholik hat das Recht und die Pflicht, ein geistiger Brandstifter zu sein. Er muß wie Christus Feuer auf die Erde bringen und wollen, daß es brenne.“

 

Ich habe lange überlegt, welche Worte ich an den Anfang meines Vortrages stellen soll. Entschieden habe ich mich für Worte des schweizer Priesters Robert Mäder (1875 – 1945), weil sie gut geeignet sind, uns daran zu erinnern, was unsere Aufgabe als Mitglieder eines katholischen Ritterordens ist: Nämlich uns täglich mit Freude zum Kampf zu rüsten – ungeachtet unserer eigenen Schwäche und der uns umgebenden Ruinen in Gesellschaft, Kirche und Politik.

 

Diese Freude im Kampf ist aber nicht selbstverständlich. Wir müssen täglich darum ringen, damit wir sie in den Sorgen unseres Alltags nicht verlieren.

 

Bevor Krieger einer weltlichen Armee in die Schlacht ziehen, huldigen sie ihren Feldherrn und dieser spricht seinen Kämpfern Mut zu, um dann mit gezücktem Schwert an vorderster Front in den Kampf zu reiten. So müssen auch wir als Mitglieder des „Heeres der Gottesstreiter“[i] zu Beginn jeden Tages und vor jeder größeren Herausforderung unsere Zuflucht zur heiligen Jungfrau Maria, der Königin und Herrin unseres Ordens, nehmen.

 

Täuschen wir uns nicht: Viele Armeen wurden besiegt, weil die Krieger nicht genügend Liebe und Vertrauen zu ihrem Feldherrn hatten! Deshalb schauten sie mehr auf ihren eigenen Vorteil und auf ihre eigenen Wunden, anstatt das große Ziel der Schlacht im Auge zu behalten. Ihr Ziel war nun nicht mehr die Suche nach dem „Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit“, sondern die Frage: „Was wollen wir essen? Was wollen wir trinken?“[ii].

 

Damit wir die Prioritäten in unserem Leben richtig setzen, möchte ich deshalb im Folgenden einige Impulse zum „Gebet der Ritter Unserer Lieben Frau“ geben, welches im Anhang jeder Ordensregel abgedruckt ist.

 

Dieses Gebet beginnt mit folgenden Zeilen:

 

„Du siehst uns hier zu deinen Füßen, o Maria, unsere Frau und Gebieterin! Im Lichte deiner jungfräulichen Gnade kommen wir, um neue Kraft für den Kampf zu schöpfen.“

 

Die Sendung eines jeden Ritters und in Abstufungen auch die eines jeden anderen Mitglieds unseres Ordens besteht darin, im Rahmen der eigenen Kräfte zu versuchen, die falsche Ordnung des Teufels in dieser Welt zu zerschlagen und am Aufbau einer menschlichen Gesellschaft mitzuwirken, welche dem Königtum Christi unterstellt ist[iii]. Dies ist eine nach menschlichen Ermessen unlösbare Aufgabe, denn „unser Kampf gilt ja nicht Fleisch und Blut, sondern (…) den bösen Geistern“[iv]. Deshalb wäre es wenig zielführend, in diesem Kampf auf unsere eigenen Kräfte zu vertrauen. Lorenzo Scupoli schreibt in seinem Geistlichen Kampf: „In diesem geistlichen Kampfe ist dir das Mißtrauen gegen dich selbst so notwendig, daß du ohne dasselbe (…) nicht nur den erwünschten Sieg nicht zu erringen, sondern auch nicht einmal die geringste deiner Leidenschaften zu überwinden imstande bist.“[v] Und der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort schreibt in seiner Schrift Das Geheimnis Mariä: „Bevor man etwas unternimmt, soll man sich selbst und seinen Absichten entsagen, sich geradezu vor Gott vernichten und für ganz unfähig halten, etwas Gutes und Heilsames zu tun. Sodann soll man sich an die allerseligste Jungfrau wenden, um sich mit ihr und ihren, wenn auch unbekannten Absichten zu vereinigen“[vi]. Deshalb begeben wir uns als Mitglieder des Ordens der Gottesmutter vor jedem Kampf zuerst auf die Knie und flehen den Beistand der heiligsten Jungfrau Maria auf uns herab, welche die Gebieterin unseres Ordens ist[vii].

 

Wir kommen zu unserer Mutter „im Lichte [Ihrer] jungfräulichen Gnade“, wie es im Gebet heißt. Was hat es mit diesem Licht auf sich? Gestatten Sie mir, an dieser Stelle eine mögliche Deutung zu geben: In seiner Abhandlung von der Wahren Andacht zur allerseligsten Jungfrau Maria wirft der hl. Grignion de Montfort einen prophetischen Blick in die Endzeit. Er berichtet von heiligmäßigen Seelen, welche speziell für diese letzte Zeit herangebildet werden: „Diese großen Seelen, voll Gnade und Eifer, sollen sich den Feinden Gottes entgegenstellen (…). Sie werden in ganz besonderer Weise der allerseligsten Jungfrau ergeben sein, durchstrahlt von ihrem Lichte, genährt von ihrer Milch, geführt von ihrem Geiste, gestützt auf ihren Arm und geborgen unter ihrem Schutzmantel.“[viii] Angewendet auf uns selbst, bedeutet das: Haben wir keine Angst, zur heiligen Jungfrau zu kommen! Bevor wir einen Schritt getan haben, ist Maria uns bereits mit Ihrem Lichte, Ihrer Nahrung und Ihrem Schutz entgegengekommen.

 

Um im Alltag unser oberstes Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, ist es notwendig, daß wir uns unseren Auftrag täglich vor Augen führen. Deshalb beten wir:

 

O getreue Jungfrau, wir erhielten den schwierigen und gefahrvollen Auftrag, hienieden die Grenzen des Reiches Gottes zu erweitern; wir haben geschworen, für den Triumph des Christkönigs, Deines Sohnes, zu kämpfen. Bewahre uns Maria, unsere Herrin, vor dem Meineid!

 

Unser geistliches Leben ist ganz der Gottesmutter geweiht. Sie wacht über die Treue der Ritter zu Christus und Seiner Kirche. Deshalb auch die Bitte an Sie, uns vor der Treulosigkeit und der Resignation zu bewahren![ix] Die flehentliche Bitte um die Gnade der Treue ist essentiell, um von den Versuchungen des Alltags nicht überwunden zu werden! Machen wir uns bewußt, daß jeder Mensch desto größeren Anfeindungen von Welt und Teufel ausgesetzt ist, je enger er sich an Maria bindet. Warum dies zwangsläufig so sein muss, lesen wir im 12. Kapitel der Offenbarung des hl. Johannes: „Als der Drache sich auf die Erde hinabgestürzt sah, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte. (…) [Er] geriet in Zorn über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit ihren übrigen Kindern, die Gottes Gebote beobachten und am Zeugnis Jesu festhalten.“[x] Jeder, der in den Ritterorden Unserer Lieben Frau eingetreten ist, muß sich also bewußt sein, daß er das Kreuz gewählt hat[xi]. Dieser unserer Königin geben wir uns – in Anbetracht unserer Schwachheiten und des uns bevorstehenden Kampfes – nunmehr ganz hin und bitten Sie, uns den Weg zum Sieg zu zeigen. Wir beten:

 

O Königin voll stiller Majestät, erwirke uns die Gnade, demütig wie Kinder und großmütig wie Helden zu werden. Möge niemals Hochmut und Stolz dem Wirken göttlicher Gnade hinderlich sein, Furcht und Zagen unser geistliches Wohl gefährden oder in Frage stellen.

 

Die Majestät der Gottesmutter, gleichsam der „Wahlspruch“ Ihrer Herrschaft kann in dem einen Satz zusammengefasst werden, welcher am Beginn der Heilsgeschichte steht: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort.“[xii] Das Leben der Gottesmutter weist uns auf Ihren Sohn Jesus hin, der von sich selbst sagt: „So ist der Menschensohn (…) nicht gekommen, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen (…).“[xiii]

 

Um also Maria – und durch Sie Jesus – ähnlich zu werden, müssen wir zuerst demütig werden. Unsere Ordensregel sagt hierzu: „Die Ritterschaft ist keineswegs eine Sache eitler Ehrungen, kein Vorwand zur Eitelkeit, noch ein Anrecht auf Ansehen in der Welt. Die Ritter sollen nur an ihre Ämter denken und an die Pflichten, die ihnen durch ihren Stand auferlegt werden. (…) (S)ie [sollen] wohl beachten, daß der Ritter der Diener aller ist, ganz besonders der Schwachen – und daß die Demut einer seiner Haupttugenden ist.“[xiv] Erst der Mann, welcher nicht auf sich selbst schaut, sondern auf seine Aufgabe, ist fähig zum Dienen und damit zum Gehorsam. Hierzu sagt die Regel: „Dieser Gehorsam ist aber nur dann Gott wohlgefällig (…) und den Menschen angenehm, wenn der Auftrag nicht zaghaft, nicht lässig, nicht lau, nicht mit Murren oder sogar mit offener Widerrede ausgeführt wird.“[xv]

 

Unsere Gegner sind zahlreich, wie uns der folgende Absatz unseres Gebetes von Augen führt:

 

O unbefleckte Jungfrau Maria, die Welt ist weit entfernt von Wahrheit und Frieden! Der Fürst dieser Welt hat überall den Haß und die Gewalt, die Lüge und Sittenlosigkeit verbreitet. Gerechtigkeit und Ehre werden verhöhnt, der Name Gottes wird gelästert, die heilige Kirche deines Sohnes aufs schwerste geprüft.

 

Wir leben in einer Zeit, in welcher die Menschen das für wahr halten, was sie in den offiziellen Medien hören. Es scheint keinen Platz mehr zu gegeben für absolute Wahrheiten wie z.B. die Unverfügbarkeit des Lebens von der Geburt bis zum Tod oder das Recht eines jeden Volkes auf souveräne Selbstbestimmung. Was zählt sind wechselnde Meinungen, das Recht des Stärkeren und die Sittenlosigkeit, welche mit der Gender-Ideologie bereits in unsere Kindergärten Einzug gehalten hat. Ein ernstzunehmender Widerstand ist von Seiten der katholischen Amtskirche größtenteils nicht zu erwarten. Vielmehr versteckt man sich nach weltlicher Manier hinter „Konferenzen“ (Bischofskonferenz) und „Räten“ (Pfarrgemeinderäte), wo die Wahrheit längst nicht mehr mehrheitsfähig ist.

 

Trotz dieser Situation wollen wir nicht verzagen, sondern zur Mutter beten:

 

Angesichts der anstürmenden Mächte der Finsternis sende uns, so bitten wir Dich, den heiligen Erzengel Michael mit seinen zahllosen und glorreichen himmlischen Heerscharen zu Hilfe. Sie mögen ihr strahlendes Licht und die Feuerglut ihrer Liebe unter uns verbreiten. Gib, daß wir mit Deiner und ihrer Hilfe ein starkes Herz bewahren, ein sicheres Urteil, unwandelbare Entschlossenheit, sogar Liebe für unsere Feinde. Mache uns würdig, für Gott allein, ohne dabei den Gesetzen der Ehre zu widersprechen, zu kämpfen.

 

Neben der Mutter Gottes eilt uns in unserem Kampf auch der hl. Erzengel Michael zu Hilfe. Ihn verehren wir als den Hochmeister unseres Ordens! Wie er am Anfang der Heilsgeschichte die himmlischen Heerscharen in den Kampf gegen Satan geführt hat, so ist er hier auf Erden der Anführer der „Kinder des himmlischen Jerusalem[xvi]“, welche er im Kampf mit den höllischen Mächten unterstützt. „(…) (E)s steht den Rittern Unserer Lieben Frau in besonderer Weise zu, in der ständigen Gegenwart der hl. Engel zu leben. Sie sollen stets zu ihnen Zuflucht nehmen im Gebet und im Kampfe (…). (…) [Die Engel] haben nicht gezögert, ihre Kränze vor den Füßen des Christkönigs niederzulegen. Sie sind aus Liebe zu Ihm und seiner heiligsten Mutter Mithelfer an unserem Heil – und unsere Mitknechte.“[xvii] Ihre Fürsprache bewirke, daß wir mit der richtigen Einstellung kämpfen: „(…) (D)en Teufel und das Böse hassen, gegen die Sünder jedoch immer milde bleiben. Über alles (…) den Frieden suchen, jedoch nicht zögern, den Feinden Christi den Kampf ohne Rücksicht und Pardon anzusagen.“[xviii] „Im sichtbaren Gegner ist stets der unsichtbare Feind zu verfolgen. Dieser kann jedoch nur durch Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe überwunden werden.“[xix]

 

Der folgende Absatz des Gebetes skizziert einige Grundzüge einer christlichen Gesellschaftsordnung:

 

Die göttliche Barmherzigkeit möge bewirken, daß die Gewalt stets dem Recht diene. Der Reiche dem Armen, der Mächtige dem Schwachen und Enterbten dieser Erde.

Mögen die Menschen das Geld gering achten – und die heilige Armut hochschätzen lernen.

Daß man vor allem dem Hergott zuerst dient und daß Sein Reich gesucht wird – und so die versprochene Fülle des Heiles uns zuteil wird.

 

Unser Ziel muss es also sein, alle Bereiche des Lebens (Natur, Familie, Arbeit, Kunst, Wissenschaft und Politik) „wieder für das Göttliche transparent und zu Trägern der Gnade zu machen.“[xx] Wir brauchen Politiker, welche die ihnen übertragene Gewalt dazu nutzen, um für das Wohl der Völker zu arbeiten, anstatt das Recht zu beugen, um eine Diktatur der Willkür und der wechselnden Mehrheiten zu etablieren. Wir brauchen eine Gesellschaft, in welcher wieder Gott angebetet wird und nicht das Geld und der Hedonismus. Wir brauchen aber vor allem eine Umkehr unserer eigenen Herzen. Wir selbst müssen uns täglich fragen, ob wir bei allem, was wir tun, die Ehre Gottes oder unseren eigenen Profit suchen? Mit Paulus müssen wir uns vielleicht oft eingestehen: „Der Wille zum Guten ist zwar da, aber es fehlt am Vollbringen“[xxi]. Erinnern wir uns in solchen Momenten, daß wir keine Angst vor der Umkehr zu haben brauchen, denn wir haben „den Geist der Kindschaft empfangen, in dem wir rufen ‚Abba Vater‘“[xxii].

 

(...)

 

 

[i] Regel, Prolog, Abs. 4

 

[ii] vgl. Lk 12, 22-31

 

[iii] Regel, Prolog, Abs. 4

 

[iv] vgl. Eph. 6,12

 

[v] Lorenzo Scupoli: Der geistliche Kampf, Rex Regum (2002), S. 28

 

[vi] Ludwig Maria Grignion von Montfort: Das goldene Buch, Lins-Verlag (1987), S. 241

 

[vii] Regel, Kap. 1, Abs. 3

 

[viii] Ludwig Maria Grignion von Montfort: Das goldene Buch, Lins-Verlag (1987), S. 30

 

[ix] Regel, Kap. 4, Abs. 2

 

[x] Die Bibel, Off., 12,13; 17

 

[xi] Regel, Kap. 4, Abs. 1

 

[xii] Die Bibel, Lk 1, 38

 

[xiii] Die Bibel, Mt 20, 28

 

[xiv] Regel, Kap. 3, Abs. 11

 

[xv] Regel, Kap 5, Abs. 4

 

[xvi] Regel, Prolog, Abs. 2

 

[xvii] Regel, Kap. 13, Abs. 2

 

[xviii] Regel, Kap. 3, Abs. 10

 

[xix] Regel, Kap. 18, Abs. 3

 

[xx] Regel, Prolog, Abs. 8

 

[xxi] Die Bibel, Röm 7, 18

 

[xxii] Die Bibel, Röm 8,15

 

Rundbrief des Meisters der MSM für den Monat August 2020

Pax

 

 

Meine lieben Brüder und Freunde,

 

Der nächste Monat August ist – wie z.B. auch der Mai, der Oktober oder der Dezember – ein sehr marianisch geprägter Monat.

 

So feiert die Kirche am 15. August das Hochfest der Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel. Dieses Dogma unseres Glaubens wurde erst von Papst Pius XII. als solches definiert, aber das Christentum, sowohl im Osten als auch im Westen, hatte bereits von alters her gefeiert und geglaubt, dass die Gottesmutter mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde. Niemals wurde über das Grab der Muttergottes gesprochen. Es wurde und wird auch heute noch gesagt „der Schlaf der Gottesmutter“, um anzudeuten, dass die Gottesmutter am Ende ihres Lebens einfach eingeschlafen ist! Der 15. August ist das größte Fest der katholischen und orthodoxen christlichen Welt. Es ist das größte Fest des Ordens der Ritter Unserer Lieben Frau.

 

Am 22. dieses Monats feiern wir "Maria Königin": Königin des Himmels und der Erde, gekrönt von der Heiligen Dreifaltigkeit. Auf diese Weise will die Kirche uns sagen, wie sehr Maria im Himmel geliebt wird und wie sehr sie auf Erden geliebt und geachtet werden muss.

 

Durch eine glückliche Fügung gedenken wir zwischen dem 15. und 22. dieses Monats am 20. August des Todes eines geistlichen Sohnes des heiligen Benedikt, des heiligen Bernhard von Clairvaux, eines der größten Verehrer Mariens. Er war ein erbitterter Verteidiger Ihrer Vorrechte; ein Doktor der Mariologie par excellence. Er war eine große Inspiration für unseren Gründer, und seine Lehren durchdringen unsere gesamte Regel. Es ist daher von großer Freude, diese Zeit Maria und ihrem geistlichen Sohn, dem heiligen Bernhard, zu widmen.

 

In diesem Jahr freut sich mein Herz als erster Diener der MSM: Am 15. August werden in Brasilien 4 neue Ritter durch den Bischof von Formosa, Dom Adair Guimarães, geweiht. Es ist das erste Mal, dass dieses Sakramentale in Brasilien verliehen wird. Ich bete und bitte alle meine Brüder und Freunde, auch für diese neuen „MILES“ zu beten, dass sie wahre Soldaten Christi, des Königs, und ein "christliches Abbild der zeitlichen Ordnung" sein mögen.

 

Sub tuum praesidium.

 

Carlos de Aguiar Gomes

Meister und erster Diener der MILITIA SANCTAE MARIAE

(Miles, pauper et peccator)

Münster, 23. Juni 2020, Vigil vom Hochfest der Geburt des hl. Johannes des Täufers


Gedanken zum Hochfest des hl. Johannes des Täufers (24. Juni)

 

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Freunde des Ordens!

 

Morgen feiern wir das Hochfest der Geburt des hl. Johannes des Täufers, des Patrons der Ritterorden. Dieses Fest gehört zu den fünf Festen erster Klasse der MILITIA SANCTAE MARIAE.

 

Der hl. Johannes war der Vorläufer, welcher vom Himmel gesandt war, Jesus Christus den Weg zu bereiten. Er mahnte das Volk zur Umkehr, zur Besinnung über das Wesentliche. Und er tat dies ohne Rücksicht auf die Meinung der politischen und religiösen Elite seiner Zeit. Dass er damit in Konflikt mit denjenigen geraten würde, welche Jesus nicht kompromisslos nachfolgen wollten, nahm er hin.

 

Johannes ordnete alles seiner Aufgabe unter. Auf materielle Dinge (Nahrung, Kleidung) legte er keinen besonderen Wert, sondern bediente sich ihrer nur insofern, als sie ihm zum Erreichen seines höheren Zieles dienlich waren.

 

Wir Mitglieder eines Ritterordens wollen den Festtag unseres Patrons nutzen, um über unsere eigene Berufung nachzudenken:

 

Unsere Sendung besteht darin „die Grenzen des Gottesreiches zu erweitern“ (Regel, Prolog, Abs. 4). Hierzu müssen wir durch unser Leben auf Jesus hinweisen – mehr durch unser Tun als durch Worte. Der hl. Johannes war „anders“ als die Menschen seiner Zeit. Das bewog die Massen, auf ihn zuzugehen und sein Tun zu hinterfragen. Auch wir müssen „anders“ sein: Unser Familienleben, unsere berufliche Tätigkeit und unser Gebet sollte nicht nur aus oberflächlichen „Ritualen“ bestehen. Versuchen wir immer wieder, mit der Gnade Gottes mitzuwirken und christliche Eheleute, christliche Eltern, christliche Arbeiter und mit dem Herzen Betende zu werden!

 

Unser Orden ist berufen, die katholische Kirche unerschrocken zu verteidigen (Regel, Kap I, Abs. 4, II). Diesen Mut zur Tapferkeit im Bekennen der Wahrheit bis zum Äußersten wollen wir morgen in der heiligen Messe erbitten! Wenn wir beginnen, die Wege eines hl. Johannes des Täufers zu gehen, dürfen wir sicher sein, nicht nur von den Nachfahren eines Fürsten Herodes, sondern auch von den Nachfahren der Pharisäer bekämpft zu werden. Angesichts unserer Schwachheit möchten wir manchmal verzagen. Nein, das dürfen wir nicht tun! Besinnen wir uns mit festem Vertrauen auf die Worte unserer Ordensregel:

 

„An den christlichen Ritter sind vor allem die Worte des Herrn gerichtet: ‚Es genügt dir meine Gnade, denn die Kraft kommt in der Schwachheit zur Vollendung‘.“  (Prolog, Abs. 7)

 

Maria siegt!

 

Br. Peter Böhm

 

Beauftragter des Meisters für das Priorat P. Pio
Ecce ego quia vocasti me (1. Sam. 3,6)

Münster, 30. Mai 2020, Vigil von Pfingsten

 

Gedanken zum Hochheiligen Pfingstfest 2020

 

 

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Freunde des Ordens!

 

Morgen feiern wir das hochheilige Pfingstfest und gedenken der Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel, welche zusammen mit der Gottesmutter im Abendmahlsaal im Gebet ausharrten (Apg. 1, 12-14) – hinter verschlossenen Türen aus Angst vor der Verfolgung durch die Juden. Jesus selbst gebot den Aposteln, Jerusalem nach Seiner Himmelfahrt nicht zu verlassen, sondern „die Verheißung des Vaters“ (Apg. 1, 4) abzuwarten.

 

Der Heilige Geist ist die dritte göttliche Person, die - wie Katholiken im Großen Glaubensbekenntnis beten – „vom Vater und vom Sohne ausgeht“ und zugleich mit ihnen „angebetet und verherrlicht“ wird. Im Gegensatz zum Vater und zum Sohn tun sich viele Christen schwer, sich den Heiligen Geist als tatsächliche Person vorzustellen. In der christlichen Kunst wird er in der Gestalt einer weißen Taube dargestellt. Wenn wir uns die Eigenschaften des Heiligen Geistes in Erinnerung rufen, erkennen wir jedoch, dass dieser nicht etwas Abstraktes ist, sondern wie ein guter Freund und Wegbegleiter in den konkreten Herausforderungen unseres Alltags.

 

In der Pfingstsequenz, welche während der kommenden acht Tage in der heiligen Messe gebetet wird, wird der Heilige Geist als Jemand vorgestellt, welcher „Licht und Ruh‘“ in unsere Herzen bringt, wenn wir nicht wissen, wie wir in einer konkreten Situation richtig handeln sollen. In den Einschränkungen, welche wir durch die Corona-Pandemie oft erleiden, ist Er unser „Tröster in Verlassenheit“. Dieser Trost komme besonders über die Kranken und unsere Alten, welche in den Pflegeheimen auf unseren Besuch warten!

 

Wenn wir von unseren täglichen Aufgaben niedergedrückt werden, dürfen wir zu Ihm voller Vertrauen flehen: „In Ermüdung schenke Ruh‘, (…) tröste den, der trostlos weint!“. Wenn wir auf unsere eigenen schwachen Kräfte bauen, machen wir oft die Erfahrung, dass unsere Mühe vergebens ist; bauen wir fest auf das „Licht der Seligkeit“, welches nur auf unser Gebet wartet, um unsere Herzen zu bereiten und in unsere Seelen einzudringen!

 

Wir Mitglieder der MILITIA SANCTAE MARIAE wurden von Gott zu einer Lebensform berufen, welche eine „restlose Hingabe an den Herrn“ erfordert (Prolog der Ordensregel, Abs. 1). Um ein würdiges Werkzeug in Seiner Hand zu werden, muss jedes Mitglied jedoch zuerst den Sieg über sich selbst erringen „durch eine wahrhafte Bekehrung; sein erstes Ziel muss die Eroberung seiner selbst sein. Dann aber erst kann (es) sich unmittelbar den sichtbaren Feinden der Kirche und der Christenheit entgegenwerfen mit der Gewissheit des Sieges“ (Ordensregel, Kapitel 3, Abs. 3). Wir haben uns um die Gottesmutter – die Braut des Heiligen Geistes – geschart und möchten mit der ganzen Kirche bitten: „Heile, was verwundet ist; tränke, was da dürre steht! (…) (W)ärme, was erkaltet ist, (…). Heil’ger Geist, wir bitten Dich, gib uns allen gnädiglich Deiner sieben Gaben Kraft! Gib Verdienst in dieser Zeit und dereinst die Seligkeit nach vollbrachter Wanderschaft!“

 

Lassen wir uns in den kommenden Tagen vom Heiligen Geist durchdringen! Weisen wir jede Verzagtheit und Mutlosigkeit zurück, welche angesichts der Umwälzungen in Politik und Kirche vielleicht in unseren Seelen aufkeimen könnte! Lassen wir unsere Herzen zu einem Tempel des Heiligen Geistes werden, damit wir angesichts des Ansturms der teuflischen Mächte wie eine Festung dastehen! (vgl. Prolog der Ordensregel, Kapitel 6).

 

Lasset und beten:

Gott, der Du die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes belehrt hast, lass uns in demselben Geist das, was recht ist, erkennen und Seines Trostes uns allezeit erfreuen, durch Christus, unseren Herrn Amen.

 

Gesegnete Pfingsten! Maria siegt!

 
Br. Peter Böhm

 

Beauftragter des Meisters für das Priorat P. Pio
Ecce ego quia vocasti me (1. Sam. 3,6)

Rundbrief "Maria siegt!" 01 2020 erschienen

 

Im neuen Rundbrief der Militia Sanctae Mariae behandelt Prof. Dr. Roland Süßmuth die Veränderungen im Familienbild sowie die Rolle des Staates vor und nach den ideologischen Umwälzungen von 1968. Interessenten, welche den Rundbrief noch nicht erhalten haben, können diesen gerne über das Kontaktformular anfordern.

Münster, 09. Mai 2020, am Fest des hl. Bischofs und Kirchenlehrers Gregor von Nazianz

 Der Synodale Weg

der Deutschen Bischofskonferenz

und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)

Hinweise des Ordens der Ritter Unserer Lieben Frau (Priorat P. Pio)

an Mitglieder und Interessenten

 

Liebe Brüder und Schwestern des Ordens, verehrte Interessenten,

seit dem Ersten Advent 2019 befindet sich die deutsche katholische Kirche auf dem „Synodalen Weg“. Nach den Erschütterungen durch sexuelle Missbräuche von Klerikern, sollen jetzt neue Wege beschritten und in diesem Zug auch Bewährtes hinterfragt werden. Die kirchenrechtlich nicht definierte Konstruktion des „Synodalen Weges“ ermöglicht es, dass Laien gleichberechtigt mit Bischöfen Beschlüsse fassen können, die für alle Beteiligten bindend sind.

 

Der „Synodale Weg“ beziehungsweise dessen Ergebnisse werden die Entwicklung der katholischen Kirche in Deutschland für die nächsten Jahrzehnte nachhaltig prägen. Um zu erahnen, welche Früchte am Ende dieses Weges erwartet werden können, hilft es, einen genauen Blick darauf zu werfen, auf welcher Basis die Beratungen des „Synodalen Weges“ fußen. Deshalb wird im weiteren Verlauf dargestellt, welche Inhalte die vier sogenannten Synodalforen („Macht und Gewaltenteilung in der Kirche“, „Priesterliche Existenz heute“, Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ und „Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“) haben, welche als Basis für die Beratungen der Synodalversammlung dienen.

 

Die folgenden Ausführungen sind erstmals in der Print-Ausgabe des 36. Rundbriefes des Philipp Jenningen-Kreis, Initiativkreis katholischer Laien und Priester in der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V. erschienen und werden auch von einem Mitglied unseres Ritterordens redaktionell verantwortet. Die Veröffentlichung auf unserer Website erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber.

 

Forum „Macht, Partizipation, Gewaltenteilung“

 

Das Forum „Macht, Partizipation, Gewaltenteilung“ hat es sich zum Ziel gesetzt, die hierarchische Struktur der Kirche aufzubrechen und die Laien am Lehr- und Hirtenamt der Bischöfe zu beteiligen. In dieser Frage geht es jedoch nicht um etwas, worüber die Bischöfe nach Ermessen verfügen können. Denn Christus hat den Auftrag zur Feier der Eucharistie, die Vollmacht, Sünden zu vergeben und alles zu lehren, was er ihnen geboten hat, nur den zwölf Aposteln erteilt und zugleich dem Petrus die höchste Leitungsgewalt übertragen („Weide meine Schafe“). So hat es die katholische Kirche immer verstanden und in der Weihe zum Bischof oder Priester ein vom Herrn eingesetztes Sakrament gesehen. Dieses sakramentale Priestertum ist seinem Wesen nach vom allgemeinen Priestertum aller Getauften verschieden. Deshalb spaltet die Kirche, wer die Leitungsgewalt von der sakramentalen Weihe zu trennen versucht. Da das Amt der Bischöfe göttlichen Rechts ist, liegt es nicht in ihrer Kompetenz, die mit diesem Amt verbundenen Rechte und Pflichten zu begrenzen. Eine Kirche, die davon abrücken würde, wäre nicht mehr katholisch und apostolisch.

 

„Macht“ in der Kirche ist zudem immer nur Vollmacht zu einem Dienst und niemals Willkürherrschaft über Menschen. Es ist deshalb völlig abwegig, „Schluss mit Absolutismus und Diktatur“ zu rufen. Die Forderung nach Begrenzung und Kontrolle bischöflicher „Macht“ durch „Demokratie“ geht davon aus, dass sich das, was für den Staat gilt, auch auf die Kirche übertragen lässt. In der Kirche geht jedoch die Gewalt nicht vom Volk aus, sondern von dem, dem alle Gewalt gegeben ist, im Himmel und auf der Erde. Christus ist das Haupt der Kirche, die deshalb hierarchisch verfasst ist. Und auf jeder Stufe dieser Hierarchie, vom Papst bist zum einfachen Gläubigen, gibt es nur Diener Gottes und keine Herren. In dieser Hinsicht stehen sich Bischöfe und „Kirchenvolksbegehrer“ tatsächlich in Augenhöhe gegenüber.

 

 

Forum Sexualmoral

 

Bei seinem Vortrag vor den Bischöfen hatte der Moraltheologe Eberhard Schockenhoff für eine Revision der überlieferten kirchlichen Sexualmoral plädiert. Vorehelicher Geschlechtsverkehr, Selbstbefriedigung, künstliche Empfängnisverhütung und homosexuelle Lebensgemeinschaften seien nicht länger als sündhaft zu betrachten, sondern positiv zu würdigen. Vom Forum Sexualmoral wurde ein Arbeitspapier erstellt, in dem diese Themen uneingeschränkt übernommen und als von der Mehrheit vertretene Position deklariert wurden. Damit ist klar, dass der Synodale Weg, nach dem Willen der ihn treibenden Kräfte, das bestehende Gebäude katholischer Sexualmoral zum Einsturz bringen will.

 

Die katholische Sexualmoral beruht auf dem, was Gott den Menschen ins Herz geschrieben hat (Röm. 2,10), auf den von Christus bestätigten zehn Geboten, sowie auf dem, was die Apostel und ihre Nachfolger bis in unsere Zeit beständig gelehrt haben. Ihrer biologischen Bestimmung nach ist die menschliche Sexualität das von Gott geschaffene Mittel zur Weitergabe des menschlichen Lebens. Der Mensch hat durch seine Sexualität Anteil an der Schöpfermacht Gottes. Sexualität hat deshalb unmittelbar etwas mit Gott zu tun. Regeln, die sie normieren, sind daher kulturübergreifend religiös legitimiert. Sie sollen garantieren, dass der göttliche Auftrag der Erhaltung und Vermehrung des Menschengeschlechts erfüllt wird. Für Katholiken ist die Ehe zudem ein Sakrament. Gott verbindet in ihr zwei Menschen für ihr ganzes Leben. Dadurch erhält die Sexualität eine Würde, die über die ihr von Natur aus gegebene noch hinausgeht und jedes Banalisieren sexueller Praxis verbietet. In der Ehe ist Sexualität ein integraler Bestandteil dieser personalen Beziehung. Das Verlangen nach lebenslanger Bindung ist dem Menschen von Gott ins Herz geschrieben, oder, modern ausgedrückt, ein angeborenes Verhalten in seinen Genen fixiert. Dadurch ist der Mensch, wie der Humantheologe I. Eibel-Eibelsfeldt sagt, „emotional in seiner Sexualphysiologie an die dauernde Partnerschaft angepasst.“

 

Sollte der Synodale Weg Beschlüsse im Sinne der von Schockenhoff erhobenen Forderungen fassen, dann würde er nicht nur dem widersprechen, was von den Kirchenvätern bis zu den jüngsten Äußerungen des Lehramts dazu gesagt worden ist, sondern auch den Boden der Heiligen Schrift verlassen. Der Apostel Paulus schreibt im Römerbrief, dass gleichgeschlechtlicher Verkehr die „größte Schändlichkeit“ ist und vom Reich Gottes ausschließt. Homosexuelle Lebensgemeinschaften positiv zu würdigen, ist deshalb nur um den Preis der Verkündigung eines „anderen Evangeliums“ zu haben. Den Boden beständiger, von der Heiligen Schrift inspirierten Lehre würde der Synodale Weg auch dann verlassen, wenn er außerehelichen Geschlechtsverkehr, Selbstbefriedigung und künstliche Empfängnisverhütung rechtfertigen wollte. Was die Verhütung angeht, genügt ein Blick auf die Bevölkerungsentwicklung jener Nationen, in denen künstliche Verhütung praktiziert wird. In wenigen Generationen werden sie nicht mehr existieren. Wo man sich anmaßt, in die biologische Natur des Menschen einzugreifen, ist der Fortbestand der Population in Gefahr. Mit den Menschen wird in diesen Ländern auch die Kirche verschwinden.

 

Die „Pille“ hat die Einstellung der Frauen, leider auch der katholischen, zu ihrer Sexualität und zum Kind grundlegend verändert. Sie hat dafür gesorgt, dass vor- und außerehelicher Geschlechtsverkehr, Promiskuität und sexuelle Verwahrlosung weit verbreitet geworden sind. Im Gefolge dieser Entwicklung kam es zu einer Änderung weiblicher Mentalität, die im unerwünschten Kind einen „Unfall“ sieht, dessen Folgen sich durch Abtreibung beseitigen lassen. Wenn E. Schockenhoff dennoch der Meinung ist, dass die „Pille“ einen “Dienst am Leben“ leistet, dann zeigt dies nur, wie weit sich die katholische Universitätstheologie den Blick auf die Realität verbietet, wenn ihr diese im Weg steht.

 

 

Forum Zölibat

 

Ein Ziel der Initiatoren des Synodalen Weges ist es, den Zölibat als die verpflichtende Lebensform des katholischen Priesters abzuschaffen. Durch die Weihe wird aber der Priester ein anderer Christus, den er repräsentiert und nachzuahmen versucht. Daher liegt es nahe, dass er sich auch die Lebensform des Herrn zu eigen macht. Diese ist ein sichtbares Zeugnis für den Glauben an Gott und an die Lehre der Kirche. Indem der Priester durch den Zölibat sein Leben ganz Gott übergibt, garantiert er mit seiner Existenz für die Wahrheit des Evangeliums. Wie kein anderes Zeichen weist der Zölibat darauf hin, dass das Reich Gottes nicht von dieser Welt und unsere Heimat im Himmel ist. Die Ehelosigkeit gibt dem Priester eine große Freiheit bei der Verkündigung des Wortes Gottes. Wenn in Zeiten der Verfolgung Familienväter mit Rücksicht auf Frau und Kinder verstummten, scheuten sich zölibatär lebende Priester nicht, die Wahrheit auch dann zu sagen, wenn dies für sie mit Gefahr für Leib und Leben verbunden war. Daher erlitten in den Konzentrationslagern Hitlers eine große Zahl von Priestern das Martyrium.

 

Die schrecklichen Missbrauchsfälle sind keine Folgen des Zölibats. Sie lehren uns aber, dass die Kirche nicht länger Männer mit tief sitzenden homosexuellen Neigungen zu Priestern weihen darf. Solange man dies nicht beachtet, wird es auch in Zukunft zu Missbrauch kommen. Die Einsicht in diesem Zusammenhang scheint bei vielen Bischöfen noch zu fehlen, obwohl er auf der Hand liegt. Der Klerikalismus dürfte in diesem Zusammenhang nur in den wenigsten Fällen schuld sein, auch wenn Papst Franziskus ihn als Ursache favorisiert.

 

Es gibt gute Gründe dafür, anzunehmen, dass der priesterliche Zölibat eine bis auf die Apostel zurückgehende Tradition ist, die in den ersten Jahrhunderten als Enthaltsamkeitszölibat gelebt wurde. Von verheirateten Männern, die zu Priestern geweiht wurden, verlangte sie das Führen einer Josefsehe. Für die Kirchenväter ist der Zölibat des Klerus apostolisch, schriftgemäß und unaufgebbar und damit nach heutiger Terminologie „göttlichen Rechts“, schreibt Stefan Heid in seinem Standardwerk zur frühen Geschichte des Zölibats. Über apostolische Traditionen göttlichen Rechts kann die Kirche nicht nach Gutdünken verfügen und schon gar nicht eine Teilkirche. Die Einführung der „viri probati“ würde die Tradition des Zölibats faktisch beenden und damit die Kirche in Deutschland einer Gnadengabe berauben, heißt es in einem offenen Brief von Priestern der Diözese Paderborn. Die Synodalen hätten die Nachfolge Christi und die Perspektive der Einheit aus den Augen verloren und deshalb kein Verständnis dafür, dass der Zölibat der Priester ein notwendiges Zeichen der Ganzhingabe an Gott ist.

 

 

Forum Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche

 

Seit den 70er Jahren hat der Feminismus mit seiner Forderung nach Gleichberechtigung von Mann und Frau auch die Kirche erreicht. Schon die Würzburger Synode forderte 1975 den Papst auf, die Zulassung der Frau zum Diakonat zu prüfen. Heute gibt es eine breite Strömung von Frauen, die wie z.B. die Initiative Maria 2.0, die die Zulassung zu allen drei Stufen des Weiheamtes, also zu Diakonat, Presbyteriat und Episkopat verlangen. Auch bei den weiblichen Orden stoßen solche Forderungen auf offene Ohren. So gibt es Ordensfrauen, die behaupten, der Ausschluss der Frau vom Sakrament sei kein Dogma, es gebe keine theologischen Gründe, die gegen die Frauenweihe sprechen und Frauen sollten jetzt die Machtfrage stellen. Bei den Bischöfen finden sie überwiegend Verständnis für ihre Anliegen. Mit der Versicherung, dass man ihre Wut und Enttäuschung verstehe und dass die Weihe von Frauen nur „derzeit“ noch nicht möglich sei, weil Rom dafür noch keinen Spielraum lasse, werden sie in der Erwartung gestärkt, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis das römische Bollwerk dem Druck der Basis nachgeben und in dieser Frage „Geschlechtergerechtigkeit“ herstellen werde.

 

Nun ist die Frage der Ordination der Frau aber bereits 1994 von Papst Johannes Paul II entschieden worden. In seinem Lehrschreiben „Ordinatio Sacerdotalis“ hat er erklärt, dass die Kirche keine Macht hat, Frauen zu Diakonen, Priestern und Bischöfen zu weihen. Andernfalls würde sie dem Beispiel des Herrn nicht treu bleiben. Als diese Lehre von, vor allem deutschen Theologinnen zurückgewiesen wurde, erklärte die Glaubenskongregation, dass die Lehre des Papstes definitive Zustimmung erfordere, da sie im geschriebenen Wort Gottes begründet und in der Tradition der Kirche von Anfang an bewahrt und angewandt worden sei. Vom ordentlichen und universalen Lehramt werde sie deshalb unfehlbar vorgetragen. Sie gehöre zur „Hinterlassenschaft des Glaubens“ (DH 5041). Papst Benedikt XVI und Papst Franziskus haben diese Lehre ihres Vorgängers bestätigt.

 

Der Herr hat die Feier seines Gedächtnismahles zwölf Männern anvertraut und nicht den Frauen, die ihm als Jüngerinnen gefolgt sind. Dies gilt es zu respektieren. Der Glaube kann darin keine Zufallsentscheidung sehen. Ein weibliches Priestertum würde, so versucht Hanna Barbara Gerl-Falkovitz diese Entscheidung Christi zu verstehen, die „symbolische Ordnung“ der Schöpfung und der Repräsentation des „neuen Adam“ Christus außer Kraft setzen. Die im Willen des Schöpfers begründete Verschiedenheit von Mann und Frau bedeutet, über den biologischen Unterschied hinaus, eine Verschiedenheit im Wesen. Daher ist der Leib des Menschen für den Theologen K.H. Menke „symbolischer bzw. sakramentaler Ausdruck der Verschiedenheit von Mann und Frau“ und deshalb auch „das Mann-Sein des Mensch gewordenen Logos“ nicht bedeutungslos. Die Entscheidung des Lehramtes sei daher kein Affront gegen die Gleichberechtigung der Frau, sondern ein Bekenntnis zu einer sakramentalen Ekklesiologie und Anthropologie.

 

Der Wesensunterschied von Mann und Frau betrifft besonders ihre Beziehung zum Kind. Nur die Frau kann Kinder empfangen, austragen und gebären. Aus diesem Privileg resultiert eine angeborene Bindung an das Kind, die die stärkste Bindung zwischen Menschen ist, die es gibt. Das ganze Leben der Frau wird davon geprägt. Ihr obliegt daher auch in besonderer Weise die Weitergabe des Glaubens, indem sie ihre Kinder zu religiösen und verantwortungsbewussten Menschen erzieht. Diese ihr von Gott zugewiesene Aufgabe, Mutter zu sein, ist für die Menschheit von elementarer Bedeutung. Während der Priester mit seiner ganzen Existenz Gott bezeugt, geht die Frau mit ihrer ganzen Existenz in der Erfüllung von Gottes Schöpferwillen auf. Beides gleichzeitig zu verwirklichen, würde entweder zu Lasten des priesterlichen oder des mütterlichen Dienstes gehen. Wenn heute dennoch Frauen vehement ins Amt des Priesters drängen, dann ist dies die Folge eines atheistischen Feminismus, der ihnen vorspiegelt, sie durch „Gleichberechtigung“ zu glücklicheren Menschen zu machen. In Wahrheit verkaufen sie ihr Herz an eine kalte Ideologie, die sie um ein erfülltes Leben als Frau und Mutter bringt. In den Kibbuzim Palästinas gaben Frauen ihre Kinder so lange dem Kollektiv, bis sie merkten, welchen Schaden sie sich dadurch und ihren Kindern zufügten. „Die Biologie setzt sich auf Dauer gegen die Ideologie durch“ kommentierte ein Verhaltensbiologe dieses Lehrstück. (…)

 

Soweit die vom Philipp Jenningen-Kreis übernommenen Erklärungen über die vier Foren des Synodalen Weges.

 

Der Orden der Ritter Unserer Lieben Frau ruft alle Mitglieder dazu auf, für die deutschen Bischöfe zu beten, damit diese sich – wenn die Wölfe kommen – als wahre Hirten und Diener Jesu‘ Christi erweisen mögen!

 

Maria siegt!

 

Br. Peter Böhm

Beauftragter des Meisters für das Priorat P. Pio
Ecce ego quia vocasti me (1. Sam 3, 6)

 

Stellungnahme des Ordens
der Ritter Unserer Lieben Frau / MILITIA SANCTAE MARIAE
(Priorat P. Pio)

zur Aufhebung des Verbots der geschäftsmäßigen Sterbehilfe.

 

Der Orden der Ritter Unserer Lieben Frau verurteilt die Aufhebung des Verbots der geschäftsmäßigen Selbsttötung durch das Bundesverfassungsgericht (Urteil vom 26.02.2020) mit allem Nachdruck! Er sieht  darin einen weiteren Dammbruch auf dem Weg des deutschen Gesetzgebers weg von einem christlichen Menschenbild, wie es in der Präambel des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland von den Vätern des Grundgesetzes definiert wurde.

 

In diesen Zeiten der Umkehrung der Werte ruft die MILITIA SANTAE MARIAE allen Christen in Erinnerung, daß nach katholischem Verständnis die Beihilfe zur Selbsttötung ein schwerwiegender Verstoß gegen das Sittengesetz darstellt, welcher mit der automatischen Exkommunikation der Beteiligten einhergeht (vgl. Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 470). Somit verbietet es sich für jeden katholischen Christen, solche Praktiken gutzuheißen oder sich an solchen aktiv oder passiv zu beteiligen.

 

Zugleich ruft der Orden dazu auf, für die Entscheidungsträger in Gesellschaft und Politik zu beten, damit diese die Kraft haben, am christlichen Menschenbild festzuhalten – zum Wohle aller Menschen in unserem Land!