Aktuelles

An dieser Stelle werden aktuelle Meldungen des Ordens in chronologischer Reihenfolge veröffentlicht.

 

Beiträge, welche älter als vier Monate sind, finden Sie in unserem Archiv.

Mitteilung  des Ordens-Meisters

anlässlich der Veröffentlichung

des Apostolischen Schreibens "Partis Corde"

durch den Heiligen Vater

am 08. Dezember 2020

 

 

 

Gestern, am Hochfest der Unbefleckten Empfängnis und 150. Jahrestag der Proklamation des heiligen Josef zum Patron der Weltkirche, veröffentlichte unser Papst Franziskus ein schönes, verheißungsvolles und hoffnungsvolles Apostolisches Schreiben - PATRIS CORDE - "ein gemeinsames Vaterherz", mit dem folgenden Ziel: "unsere Liebe zu diesem großen Heiligen zu verstärken, uns gedrängt zu fühlen, seine Fürbitte zu erflehen und seine Tugenden und seine Fürsorge nachzuahmen".

 

Dieses Apostolische Schreiben lädt uns in der Tradition der Kirche über den heiligen Josef ein, diesen außergewöhnlichen Vater der Familie nachzuahmen in einer Zeit, unserer eigenen, die die Vaterschaft leugnet und entstellt. Es muss sofort gelesen werden. Sein Studium ist unabdingbar für jeden Christen, und vor allem für uns als Ritter der Gottesmutter. Ich bitte daher alle Verantwortlichen unseres Ordens, diese Bitte des Meisters an die Brüder und an die ganze MSM weiterzugeben. Zugleich bitte ich auch um KONKRETE AKTIONEN im Namen unseres Ordens, je nach den Möglichkeiten der einzelnen Strukturen oder der Einzelnen, aber immer als Aktionen der MSM, z.B. Pilgerfahrten, Gebete, Messen, Rosenkränze, Exerzitien und ähnliche Aktivitäten, die der Heilige Geist inspiriert.

 

Möge dieses BESONDERE JAHR DES Hl. JOSEPH von unserem Orden gut gefeiert werden, in Übereinstimmung mit dem Dekret der Apostolischen Pönitentiarie, dem Willen des Papstes und meiner Bitte.

 

Braga - 9.XII. 2020

 

Sub tuum praesidium.

 

Carlos de Aguiar Gomes

Meister und erster Diener der MILITIA SANCTAE MARIAE

(Miles, pauper et peccator)

 

Gebetsvorschlag des Ordens-Meisters zum Jahr des Heiligen Josef

Johann Jaritz, CC BY-SA 3.0 AT <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/at/deed.en>, via Wikimedia Commons
Johann Jaritz, CC BY-SA 3.0 AT <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/at/deed.en>, via Wikimedia Commons

 

 

 

Glorreicher hl. Josef, unser himmlischer Patron, durch das Herz Jesu und das Unbefleckte Herz Mariens bitte ich dich demütig in den Schwierigkeiten und Sorgen, die uns bedrängen, um [Angabe der Fürbitte].

 

Wir wenden uns mit Vertrauen an dich. Sei unser Fürsprecher zusammen mit Maria, der du ihr Ehemann und der Beschützer unseres Herrn, Jesus Christus warst. Füge zu all deinem Ruhm den Ruhm des Sieges in der schwierigen Sache hinzu, die wir dir anvertrauen".

 

Heiliger Josef, sei uns gnädig und erfülle unsere Bitte.

 

09.12.2020

 

 

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Velden_Kirchenstrasse_23_Pfarrkirche_Unsere_Liebe_Frau_hl_Josef_mit_Jesukind_03102014_290.jpg

Impuls zum Fest der Unbefleckten Empfängnis der Allerseligsten Jungfrau Maria
(08. Dezember 2020)

 

 

Liebe Brüder und Schwestern,

 

heute, am 08. Dezember, feiern wir das Fest der Unbefleckten Empfängnis der Allerseligsten Jungfrau Maria. Es ist dies eines von fünf Festen erster Klasse unseres Ordens. Daher besteht für alle Mitglieder die Verpflichtung zur Teilnahme an der Feier des heiligen Meßopfers, möglichst mit Kommunionempfang.

 

In diesem Fest gedenken wir der Tatsache, daß Maria nicht wie alle anderen Menschen mit dem Makel der Erbsünde geboren wurde, sondern daß Sie im Hinblick auf die Verdienste Ihres Sohnes vom Augenblick Ihrer Empfängnis an unbefleckt war. Deshalb wird sie vom Erzengel Gabriel als "voll der Gnade" bezeichnet. Gott hat sich in Maria einen reinen Tempel gebaut, in den Er dann hinabsteigen und unter uns wohnen konnte.

Wir sehen also, daß Maria auf Ihre Aufgabe als Mutter Gottes vorbereitet wurde. Auch wir wurden in der heiligen Taufe reingewaschen und so zu unserem Dienst als Kinder Gottes vorbereitet. Versuchen wir immer wieder, diese Taufgnade zu bewahren oder im Sakrament der heiligen Beichte wiederherzustellen! Erinnern wir uns im Angesicht der bevorstehenden Aufgaben, daß Gott uns zu jedem guten Werk auch die hierfür notwendige Gnade gibt!

 

Gesegneten Advent!

 

Maria siegt!

 

Br. Peter Böhm

Beauftragter des Meisters für das Priorat P. Pio
Ecce ego quia vocasti me (1. Sam. 3,6)

Botschaft des Ordens-Meisters  für den Monat Dezember 2020

 

 

Pax

 

JAHR von LEPANTO

 

Liebe Brüder und Freunde,

 

ich beginne meinen Dezemberbrief mit einem Gedanken unseres lieben Papstes, des heiligen Johannes Paul II. des Großen, und lade Sie ein, darüber zu meditieren: "Möge der Glanz Deiner Geburt die Nacht der Welt erhellen. Möge die Kraft Deiner Liebesbotschaft die stolzen Einbildungen des Bösen zerstören. Das Geschenk Deines Lebens lässt uns immer mehr verstehen, wie viel das Leben eines jeden Menschen wert ist" (Johannes Paul II. , Magnus - Weihnachten 2003).

 

- Möge das Gedenken an die Geburt unseres Erlösers diese Nacht, in welche die Welt eingetaucht ist, erhellen! Ja! Wie reagieren wir auf DIESEN AUFRUF? Sind wir das Licht der Welt? Erleuchten wir diese unsere Welt mit unserem Gebet und unseren Taten?

 

- Nehmen wir andere auf und leben mit und in der Liebe, die das Kind zu verkünden gekommen ist? Achten wir auf die Fallstricke des Bösen? Beten wir das Gebet zum hl. Michael (von Papst Leo XIII.), das uns Papst Franziskus am 2. Oktober 2019 gebeten hat, viele Male zu beten?

 

- Sind wir uns des Wertes des menschlichen Lebens bewusst, jedes einzelnen, von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod? Beten und handeln wir, damit das LICHT CHRISTI erleuchtet und unseren Geist für die Förderung und Verteidigung des menschlichen Lebens, insbesondere der schwächsten Menschen, öffnet? Wie haben wir uns auf diesem Schlachtfeld aktiv engagiert? Beschränken wir uns auf steriles Wehklagen oder ist unser Wehklagen proaktiv? Tun wir etwas Konkretes im Alltag, wenn der Wert des menschlichen Lebens verachtet wird?

 

In Kapitel I, Absatz 6 unserer Regel schrieb der Gründer: "Der Kampf des Ordens, der seine Existenz als Ritterorden rechtfertigt, ist ein Kampf im eigentlichen Sinne des Wortes. In der Tat hat der Angriff der Mächte der Hölle auf das Christentum einen vorherrschenden ideologischen Aspekt, dem man sich nicht widersetzen kann, ein spiritueller und doktrinärer Kampf, der mit dem festen Entschluss verbunden ist, die höchsten Werte der christlichen Zivilisation bis zum Tod zu verteidigen....".

 

An diesem Weihnachtsfest, das auf weltweiter Ebene so besonders ist, wünsche ich allen und ihren Familien das größte Glück und den größten Segen des Kindes und hoffe, dass 2021 ein LEPANTO-JAHR des Kampfes für die Werte unserer Zivilisation wird, die so bedroht sind und denen gegenüber wir nicht gleichgültig bleiben können und dürfen.

 

Möge unser Gründer uns segnen!

 

Sub tuum praesidium.

 

Carlos de Aguiar Gomes

Meister und erster Diener der MILITIA SANCTAE MARIAE

(Miles, pauper et peccator)

Botschaft des Ordens-Meisters  für den Monat November 2020

 

 

Pax

 

Meine lieben Brüder und Freunde,

 

Unsere Ordensregel – sie ist tief benediktinisch, marianisch und ritterlich (militant) - weist uns den Weg zu unserer Heiligung. Es ist ein Weg unter vielen, der für Laien, die in der heutigen Welt leben, von einem grundlegenden Charisma geprägt ist und uns von der Stadt der Menschen zur Stadt Gottes führt.

 

Inspiriert von Heiligen Geist, gab uns unser Gründer Dom Lafond den Auftrag – um mit den Worten unseres Papstes Franziskus zu sprechen - Laien "auf dem Weg nach draußen" zu sein. Er gründete (vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil) eine Vereinigung von Laien, welche nicht eine Gruppe von Pietisten sein sollte, sondern die Sauerteig sein sollte, welcher den ganzen Teig durchsäuert. Deshalb benutzte er den Satz eines französischen Historikers: "Um die Grenzen des Reiches Gottes zu erweitern". Aus diesem Grund erfüllt unsere Gemeinschaft ALLE Kriterien der Kirche, wie sie in "CHRISTIFIDELES laici" von Johannes Paul II. dem Großen aufgeführt sind. Zu diesem Thema habe ich bereits ein Büchlein veröffentlicht, das meine These (Braga, 2016) rechtfertigt, welches bereits in den wichtigsten Sprachen der MSM hätte veröffentlicht werden müssen.

 

Was sind also diese Kriterien der Kirche, auf die die MSM trotz unserer Schwächen voll und ganz antwortet und auf die in unserer Regel und in zahlreichen Schriften des Gründers Bezug genommen wird?

 

1. Vorrang für die Berufung jedes Christen zur Heiligkeit;

 

2. Die Verantwortung, den katholischen Glauben zu bekennen;

 

3. Das Zeugnis einer soliden und überzeugten Gemeinschaft, in einer kindlichen Beziehung zum Papst;

 

4. Die Übereinstimmung mit und Teilnahme am apostolischen Ziel der Kirche;

 

5. Die Verpflichtung zum Zeugnis in der menschlichen Gesellschaft.

 

Dom Lafond, unser geliebter Gründer, wies uns schon viele Jahre vor diesem päpstlichen Dokument den Weg, den wir einschlagen sollten. Wenn einige von uns gescheitert sind, sind andere - die Mehrheit - diesen Herausforderungen treu geblieben. Diejenigen, die gescheitert sind, sind es deshalb, weil sie die Regel und das, was unser Gründer in ihr für unser Wohl und das Wohl der Gesellschaft dargelegt hat, nicht verstanden haben!

 

Lasst uns in diesem Monat, der den "gläubig Abgeschiedenen" gewidmet ist, für unseren Gründer beten und Gott danken für die heiligste Gottesmutter Maria, der er so ergeben war, für die Gnade, ihn in unser Leben gesetzt zu haben, und dass er uns immer auf dem Weg führen möge, den er uns in der Regel, die er uns hinterlassen hat, aufgezeigt hat.

 

Im 10. Todesjahr unseres Gründers, Mgr. Gérard Lafond OSB.

 

Sub tuum praesidium.

 

Carlos de Aguiar Gomes

Meister und erster Diener der MILITIA SANCTAE MARIAE

(Miles, pauper et peccator)

Rundbrief "Maria siegt!" 02 2020 erschienen

 

Der neue Rundbrief der Militia Sanctae Mariae enthält ein Grundsatzreferat zum Thema Rittertum, welches einen Bogen von den Anfängen dieses Standes bis zum Wirken in der heutigen Zeit spannt. Es verweist auf grundsätzliche Werte, an denen sich jeder katholische Mann in Zeiten der Oberflächlichkeit, des politischen Aktionismus und religiösen Passivismus orientieren kann.

 

Interessenten können den Rundbrief gerne über das Kontaktformular anfordern.

Impuls zum Hochfest des hl. Erzengels Michael

 

 

Liebe Brüder und Schwestern,

 

am 29. September feiert die heilige Mutter Kirche das Fest des hl. Erzengels Michael, Patron der katholischen Kirche und der Deutschen. Er ist der Hochmeister unseres Ritterordens, weshalb wir diesen Tag im Orden als Fest erster Klasse feiern.

 

Im 12. Kapitel der Offenbarung des hl. Apostels Johannes lesen wir, wie ein Drache (Satan) eine Frau (Sinnbild für die Gottesmutter Maria, aber auch für die Kirche) bedroht und ihr Kind zu verschlingen droht, sobald sie dieses geboren hat. Furchtlos sagt der hl. Erzengel Michel mit seinen himmlischen Heerscharen Satan den Kampf an und besiegt ihn.

 

Michael gehört zusammen mit Gabriel und Raphael zu den Erzengeln, den mächtigsten von Gott geschaffenen Geistern im Himmelreich. Er bildete sich jedoch auf seine Fähigkeiten und seine Herrlichkeit nichts ein, sondern bekannte in jedem Augenblick, dass alles, was er empfangen hatte, von Gott stammte. Sein Wahlspruch „Wer ist wie Gott?“ ist jedoch nicht nur ein Akt der Anerkennung der Autorität Gottes, sondern auch ein Akt der Vertrauens. Bitten wir den hl. Erzengel Michael um ein tiefes Vertrauen in die Allmacht Gottes, dass wir den kleinen und großen Prüfungen unseres Alltags ein mutiges „Wer ist wie Gott?“ entgegen schleudern können!

 

Michael ist treu. Er tut, was getan werden muss und läßt sich von Luzifer und seinem Anhang nicht einschüchtern. Tun auch wir, was unsere Standes- und Ordenspflichten fordern! Geben wir der Resignation keinen Raum in unseren Gedanken!

 

Beten wir mit Eifer jeden Dienstag den Rosenkranz zum hl. Erzengel Michael, wie es Kapitel XIII unserer Regel festlegt! Besinnen wir uns neu unseres Privilegs als Ordensmitglieder, jeden Tag in der Gegenwart der heiligen Engel leben zu dürfen! Sie sind unsere Mitknechte im Kampf.

 

Gemäß dem Wunsch unseres Meisters soll jedes Ordensmitglied am Dienstag ein besonderes Gebet oder eine Aktion zu Ehren des hl. Erzengels Michael verrichten.

 

Maria siegt!

 

Br. Peter Böhm

 

Beauftragter des Meisters für das Priorat P. Pio
Ecce ego quia vocasti me (1. Sam. 3,6)

Ordens-Kapitel im September 2020

Foto Kapitel September 2020: Vortragsraum
Foto: Privat

 

 

Vom 11. -13. September konnte unsere Gemeinschaft ein kleines Kapitel in einem Kloster in der Nähe von Aachen abhalten.

 

Neben dem gegenseitigen Austausch zwischen den Brüdern konnten wir junge Familien treffen, welche sich für unseren Orden interessieren. Dies bot uns Gelegenheit zu erörtern, was der Sinn eines Ritterordens in der heutigen Zeit ist: Ein gemeinsamer Weg im Glauben, ein gemeinsames Gebet, der brüderliche Austausch, die gegenseitige Stärkung im Glauben und nicht zuletzt das gemeinsame Eintreten für den Schutz der katholischen Religion und der Kirche in einer Welt, in welcher es immer schwieriger wird, bestimmte Werte gegen den Zeitgeist zu verteidigen.

Foto Kapitel 2020: Aufnahmezeremonie
Foto: Privat

Ein besonderer Höhepunkt war die Aufnahme eines Ehepaares als Diener und Dienerin Unserer Lieben Frau. Die gemeinsam verbrachten Gnadentage erfüllen uns mit einer tiefen Dankbarkeit!

 

Br. Peter Böhm

 

Impuls zum Gebet der Ritter Unserer Lieben Frau

Das vorliegende Referat wurde vom Beauftragten des Meisters für Deutschland und Österreich anlässlich des Kapitels im September 2020 gehalten. Es wird hier in Auszügen dokumentiert.

 

 

Liebe Brüder und Schwestern der MSM,

liebe Freunde unseres Ordens!

 

„Wenn ihr wüßtet, was es heißt, katholisch zu sein, ihr würdet jubeln und weinen vor Freude. Ihr würdet an der Esse eures Herzens mit frohem Hammerschlag stahlharte Paulusschwerter schmieden zum Streit mit Welt und Teufel. Ihr würdet aufrecht und gerade dastehen im Sturm und Beben und euch nicht ohnmächtig an alle stürzenden Ruinen lehnen. – Jeder Katholik hat das Recht und die Pflicht, ein geistiger Brandstifter zu sein. Er muß wie Christus Feuer auf die Erde bringen und wollen, daß es brenne.“

 

Ich habe lange überlegt, welche Worte ich an den Anfang meines Vortrages stellen soll. Entschieden habe ich mich für Worte des schweizer Priesters Robert Mäder (1875 – 1945), weil sie gut geeignet sind, uns daran zu erinnern, was unsere Aufgabe als Mitglieder eines katholischen Ritterordens ist: Nämlich uns täglich mit Freude zum Kampf zu rüsten – ungeachtet unserer eigenen Schwäche und der uns umgebenden Ruinen in Gesellschaft, Kirche und Politik.

 

Diese Freude im Kampf ist aber nicht selbstverständlich. Wir müssen täglich darum ringen, damit wir sie in den Sorgen unseres Alltags nicht verlieren.

 

Bevor Krieger einer weltlichen Armee in die Schlacht ziehen, huldigen sie ihren Feldherrn und dieser spricht seinen Kämpfern Mut zu, um dann mit gezücktem Schwert an vorderster Front in den Kampf zu reiten. So müssen auch wir als Mitglieder des „Heeres der Gottesstreiter“[i] zu Beginn jeden Tages und vor jeder größeren Herausforderung unsere Zuflucht zur heiligen Jungfrau Maria, der Königin und Herrin unseres Ordens, nehmen.

 

Täuschen wir uns nicht: Viele Armeen wurden besiegt, weil die Krieger nicht genügend Liebe und Vertrauen zu ihrem Feldherrn hatten! Deshalb schauten sie mehr auf ihren eigenen Vorteil und auf ihre eigenen Wunden, anstatt das große Ziel der Schlacht im Auge zu behalten. Ihr Ziel war nun nicht mehr die Suche nach dem „Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit“, sondern die Frage: „Was wollen wir essen? Was wollen wir trinken?“[ii].

 

Damit wir die Prioritäten in unserem Leben richtig setzen, möchte ich deshalb im Folgenden einige Impulse zum „Gebet der Ritter Unserer Lieben Frau“ geben, welches im Anhang jeder Ordensregel abgedruckt ist.

 

Dieses Gebet beginnt mit folgenden Zeilen:

 

„Du siehst uns hier zu deinen Füßen, o Maria, unsere Frau und Gebieterin! Im Lichte deiner jungfräulichen Gnade kommen wir, um neue Kraft für den Kampf zu schöpfen.“

 

Die Sendung eines jeden Ritters und in Abstufungen auch die eines jeden anderen Mitglieds unseres Ordens besteht darin, im Rahmen der eigenen Kräfte zu versuchen, die falsche Ordnung des Teufels in dieser Welt zu zerschlagen und am Aufbau einer menschlichen Gesellschaft mitzuwirken, welche dem Königtum Christi unterstellt ist[iii]. Dies ist eine nach menschlichen Ermessen unlösbare Aufgabe, denn „unser Kampf gilt ja nicht Fleisch und Blut, sondern (…) den bösen Geistern“[iv]. Deshalb wäre es wenig zielführend, in diesem Kampf auf unsere eigenen Kräfte zu vertrauen. Lorenzo Scupoli schreibt in seinem Geistlichen Kampf: „In diesem geistlichen Kampfe ist dir das Mißtrauen gegen dich selbst so notwendig, daß du ohne dasselbe (…) nicht nur den erwünschten Sieg nicht zu erringen, sondern auch nicht einmal die geringste deiner Leidenschaften zu überwinden imstande bist.“[v] Und der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort schreibt in seiner Schrift Das Geheimnis Mariä: „Bevor man etwas unternimmt, soll man sich selbst und seinen Absichten entsagen, sich geradezu vor Gott vernichten und für ganz unfähig halten, etwas Gutes und Heilsames zu tun. Sodann soll man sich an die allerseligste Jungfrau wenden, um sich mit ihr und ihren, wenn auch unbekannten Absichten zu vereinigen“[vi]. Deshalb begeben wir uns als Mitglieder des Ordens der Gottesmutter vor jedem Kampf zuerst auf die Knie und flehen den Beistand der heiligsten Jungfrau Maria auf uns herab, welche die Gebieterin unseres Ordens ist[vii].

 

Wir kommen zu unserer Mutter „im Lichte [Ihrer] jungfräulichen Gnade“, wie es im Gebet heißt. Was hat es mit diesem Licht auf sich? Gestatten Sie mir, an dieser Stelle eine mögliche Deutung zu geben: In seiner Abhandlung von der Wahren Andacht zur allerseligsten Jungfrau Maria wirft der hl. Grignion de Montfort einen prophetischen Blick in die Endzeit. Er berichtet von heiligmäßigen Seelen, welche speziell für diese letzte Zeit herangebildet werden: „Diese großen Seelen, voll Gnade und Eifer, sollen sich den Feinden Gottes entgegenstellen (…). Sie werden in ganz besonderer Weise der allerseligsten Jungfrau ergeben sein, durchstrahlt von ihrem Lichte, genährt von ihrer Milch, geführt von ihrem Geiste, gestützt auf ihren Arm und geborgen unter ihrem Schutzmantel.“[viii] Angewendet auf uns selbst, bedeutet das: Haben wir keine Angst, zur heiligen Jungfrau zu kommen! Bevor wir einen Schritt getan haben, ist Maria uns bereits mit Ihrem Lichte, Ihrer Nahrung und Ihrem Schutz entgegengekommen.

 

Um im Alltag unser oberstes Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, ist es notwendig, daß wir uns unseren Auftrag täglich vor Augen führen. Deshalb beten wir:

 

O getreue Jungfrau, wir erhielten den schwierigen und gefahrvollen Auftrag, hienieden die Grenzen des Reiches Gottes zu erweitern; wir haben geschworen, für den Triumph des Christkönigs, Deines Sohnes, zu kämpfen. Bewahre uns Maria, unsere Herrin, vor dem Meineid!

 

Unser geistliches Leben ist ganz der Gottesmutter geweiht. Sie wacht über die Treue der Ritter zu Christus und Seiner Kirche. Deshalb auch die Bitte an Sie, uns vor der Treulosigkeit und der Resignation zu bewahren![ix] Die flehentliche Bitte um die Gnade der Treue ist essentiell, um von den Versuchungen des Alltags nicht überwunden zu werden! Machen wir uns bewußt, daß jeder Mensch desto größeren Anfeindungen von Welt und Teufel ausgesetzt ist, je enger er sich an Maria bindet. Warum dies zwangsläufig so sein muss, lesen wir im 12. Kapitel der Offenbarung des hl. Johannes: „Als der Drache sich auf die Erde hinabgestürzt sah, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte. (…) [Er] geriet in Zorn über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit ihren übrigen Kindern, die Gottes Gebote beobachten und am Zeugnis Jesu festhalten.“[x] Jeder, der in den Ritterorden Unserer Lieben Frau eingetreten ist, muß sich also bewußt sein, daß er das Kreuz gewählt hat[xi]. Dieser unserer Königin geben wir uns – in Anbetracht unserer Schwachheiten und des uns bevorstehenden Kampfes – nunmehr ganz hin und bitten Sie, uns den Weg zum Sieg zu zeigen. Wir beten:

 

O Königin voll stiller Majestät, erwirke uns die Gnade, demütig wie Kinder und großmütig wie Helden zu werden. Möge niemals Hochmut und Stolz dem Wirken göttlicher Gnade hinderlich sein, Furcht und Zagen unser geistliches Wohl gefährden oder in Frage stellen.

 

Die Majestät der Gottesmutter, gleichsam der „Wahlspruch“ Ihrer Herrschaft kann in dem einen Satz zusammengefasst werden, welcher am Beginn der Heilsgeschichte steht: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort.“[xii] Das Leben der Gottesmutter weist uns auf Ihren Sohn Jesus hin, der von sich selbst sagt: „So ist der Menschensohn (…) nicht gekommen, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen (…).“[xiii]

 

Um also Maria – und durch Sie Jesus – ähnlich zu werden, müssen wir zuerst demütig werden. Unsere Ordensregel sagt hierzu: „Die Ritterschaft ist keineswegs eine Sache eitler Ehrungen, kein Vorwand zur Eitelkeit, noch ein Anrecht auf Ansehen in der Welt. Die Ritter sollen nur an ihre Ämter denken und an die Pflichten, die ihnen durch ihren Stand auferlegt werden. (…) (S)ie [sollen] wohl beachten, daß der Ritter der Diener aller ist, ganz besonders der Schwachen – und daß die Demut einer seiner Haupttugenden ist.“[xiv] Erst der Mann, welcher nicht auf sich selbst schaut, sondern auf seine Aufgabe, ist fähig zum Dienen und damit zum Gehorsam. Hierzu sagt die Regel: „Dieser Gehorsam ist aber nur dann Gott wohlgefällig (…) und den Menschen angenehm, wenn der Auftrag nicht zaghaft, nicht lässig, nicht lau, nicht mit Murren oder sogar mit offener Widerrede ausgeführt wird.“[xv]

 

Unsere Gegner sind zahlreich, wie uns der folgende Absatz unseres Gebetes von Augen führt:

 

O unbefleckte Jungfrau Maria, die Welt ist weit entfernt von Wahrheit und Frieden! Der Fürst dieser Welt hat überall den Haß und die Gewalt, die Lüge und Sittenlosigkeit verbreitet. Gerechtigkeit und Ehre werden verhöhnt, der Name Gottes wird gelästert, die heilige Kirche deines Sohnes aufs schwerste geprüft.

 

Wir leben in einer Zeit, in welcher die Menschen das für wahr halten, was sie in den offiziellen Medien hören. Es scheint keinen Platz mehr zu gegeben für absolute Wahrheiten wie z.B. die Unverfügbarkeit des Lebens von der Geburt bis zum Tod oder das Recht eines jeden Volkes auf souveräne Selbstbestimmung. Was zählt sind wechselnde Meinungen, das Recht des Stärkeren und die Sittenlosigkeit, welche mit der Gender-Ideologie bereits in unsere Kindergärten Einzug gehalten hat. Ein ernstzunehmender Widerstand ist von Seiten der katholischen Amtskirche größtenteils nicht zu erwarten. Vielmehr versteckt man sich nach weltlicher Manier hinter „Konferenzen“ (Bischofskonferenz) und „Räten“ (Pfarrgemeinderäte), wo die Wahrheit längst nicht mehr mehrheitsfähig ist.

 

Trotz dieser Situation wollen wir nicht verzagen, sondern zur Mutter beten:

 

Angesichts der anstürmenden Mächte der Finsternis sende uns, so bitten wir Dich, den heiligen Erzengel Michael mit seinen zahllosen und glorreichen himmlischen Heerscharen zu Hilfe. Sie mögen ihr strahlendes Licht und die Feuerglut ihrer Liebe unter uns verbreiten. Gib, daß wir mit Deiner und ihrer Hilfe ein starkes Herz bewahren, ein sicheres Urteil, unwandelbare Entschlossenheit, sogar Liebe für unsere Feinde. Mache uns würdig, für Gott allein, ohne dabei den Gesetzen der Ehre zu widersprechen, zu kämpfen.

 

Neben der Mutter Gottes eilt uns in unserem Kampf auch der hl. Erzengel Michael zu Hilfe. Ihn verehren wir als den Hochmeister unseres Ordens! Wie er am Anfang der Heilsgeschichte die himmlischen Heerscharen in den Kampf gegen Satan geführt hat, so ist er hier auf Erden der Anführer der „Kinder des himmlischen Jerusalem[xvi]“, welche er im Kampf mit den höllischen Mächten unterstützt. „(…) (E)s steht den Rittern Unserer Lieben Frau in besonderer Weise zu, in der ständigen Gegenwart der hl. Engel zu leben. Sie sollen stets zu ihnen Zuflucht nehmen im Gebet und im Kampfe (…). (…) [Die Engel] haben nicht gezögert, ihre Kränze vor den Füßen des Christkönigs niederzulegen. Sie sind aus Liebe zu Ihm und seiner heiligsten Mutter Mithelfer an unserem Heil – und unsere Mitknechte.“[xvii] Ihre Fürsprache bewirke, daß wir mit der richtigen Einstellung kämpfen: „(…) (D)en Teufel und das Böse hassen, gegen die Sünder jedoch immer milde bleiben. Über alles (…) den Frieden suchen, jedoch nicht zögern, den Feinden Christi den Kampf ohne Rücksicht und Pardon anzusagen.“[xviii] „Im sichtbaren Gegner ist stets der unsichtbare Feind zu verfolgen. Dieser kann jedoch nur durch Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe überwunden werden.“[xix]

 

Der folgende Absatz des Gebetes skizziert einige Grundzüge einer christlichen Gesellschaftsordnung:

 

Die göttliche Barmherzigkeit möge bewirken, daß die Gewalt stets dem Recht diene. Der Reiche dem Armen, der Mächtige dem Schwachen und Enterbten dieser Erde.

Mögen die Menschen das Geld gering achten – und die heilige Armut hochschätzen lernen.

Daß man vor allem dem Hergott zuerst dient und daß Sein Reich gesucht wird – und so die versprochene Fülle des Heiles uns zuteil wird.

 

Unser Ziel muss es also sein, alle Bereiche des Lebens (Natur, Familie, Arbeit, Kunst, Wissenschaft und Politik) „wieder für das Göttliche transparent und zu Trägern der Gnade zu machen.“[xx] Wir brauchen Politiker, welche die ihnen übertragene Gewalt dazu nutzen, um für das Wohl der Völker zu arbeiten, anstatt das Recht zu beugen, um eine Diktatur der Willkür und der wechselnden Mehrheiten zu etablieren. Wir brauchen eine Gesellschaft, in welcher wieder Gott angebetet wird und nicht das Geld und der Hedonismus. Wir brauchen aber vor allem eine Umkehr unserer eigenen Herzen. Wir selbst müssen uns täglich fragen, ob wir bei allem, was wir tun, die Ehre Gottes oder unseren eigenen Profit suchen? Mit Paulus müssen wir uns vielleicht oft eingestehen: „Der Wille zum Guten ist zwar da, aber es fehlt am Vollbringen“[xxi]. Erinnern wir uns in solchen Momenten, daß wir keine Angst vor der Umkehr zu haben brauchen, denn wir haben „den Geist der Kindschaft empfangen, in dem wir rufen ‚Abba Vater‘“[xxii].

 

(...)

 

 

[i] Regel, Prolog, Abs. 4

 

[ii] vgl. Lk 12, 22-31

 

[iii] Regel, Prolog, Abs. 4

 

[iv] vgl. Eph. 6,12

 

[v] Lorenzo Scupoli: Der geistliche Kampf, Rex Regum (2002), S. 28

 

[vi] Ludwig Maria Grignion von Montfort: Das goldene Buch, Lins-Verlag (1987), S. 241

 

[vii] Regel, Kap. 1, Abs. 3

 

[viii] Ludwig Maria Grignion von Montfort: Das goldene Buch, Lins-Verlag (1987), S. 30

 

[ix] Regel, Kap. 4, Abs. 2

 

[x] Die Bibel, Off., 12,13; 17

 

[xi] Regel, Kap. 4, Abs. 1

 

[xii] Die Bibel, Lk 1, 38

 

[xiii] Die Bibel, Mt 20, 28

 

[xiv] Regel, Kap. 3, Abs. 11

 

[xv] Regel, Kap 5, Abs. 4

 

[xvi] Regel, Prolog, Abs. 2

 

[xvii] Regel, Kap. 13, Abs. 2

 

[xviii] Regel, Kap. 3, Abs. 10

 

[xix] Regel, Kap. 18, Abs. 3

 

[xx] Regel, Prolog, Abs. 8

 

[xxi] Die Bibel, Röm 7, 18

 

[xxii] Die Bibel, Röm 8,15

 

Botschaft des Ordens-Meisters  für den Monat August 2020

 

 

Pax

 

 

Meine lieben Brüder und Freunde,

 

Der nächste Monat August ist – wie z.B. auch der Mai, der Oktober oder der Dezember – ein sehr marianisch geprägter Monat.

 

So feiert die Kirche am 15. August das Hochfest der Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel. Dieses Dogma unseres Glaubens wurde erst von Papst Pius XII. als solches definiert, aber das Christentum, sowohl im Osten als auch im Westen, hatte bereits von alters her gefeiert und geglaubt, dass die Gottesmutter mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde. Niemals wurde über das Grab der Muttergottes gesprochen. Es wurde und wird auch heute noch gesagt „der Schlaf der Gottesmutter“, um anzudeuten, dass die Gottesmutter am Ende ihres Lebens einfach eingeschlafen ist! Der 15. August ist das größte Fest der katholischen und orthodoxen christlichen Welt. Es ist das größte Fest des Ordens der Ritter Unserer Lieben Frau.

 

Am 22. dieses Monats feiern wir "Maria Königin": Königin des Himmels und der Erde, gekrönt von der Heiligen Dreifaltigkeit. Auf diese Weise will die Kirche uns sagen, wie sehr Maria im Himmel geliebt wird und wie sehr sie auf Erden geliebt und geachtet werden muss.

 

Durch eine glückliche Fügung gedenken wir zwischen dem 15. und 22. dieses Monats am 20. August des Todes eines geistlichen Sohnes des heiligen Benedikt, des heiligen Bernhard von Clairvaux, eines der größten Verehrer Mariens. Er war ein erbitterter Verteidiger Ihrer Vorrechte; ein Doktor der Mariologie par excellence. Er war eine große Inspiration für unseren Gründer, und seine Lehren durchdringen unsere gesamte Regel. Es ist daher von großer Freude, diese Zeit Maria und ihrem geistlichen Sohn, dem heiligen Bernhard, zu widmen.

 

In diesem Jahr freut sich mein Herz als erster Diener der MSM: Am 15. August werden in Brasilien 4 neue Ritter durch den Bischof von Formosa, Dom Adair Guimarães, geweiht. Es ist das erste Mal, dass dieses Sakramentale in Brasilien verliehen wird. Ich bete und bitte alle meine Brüder und Freunde, auch für diese neuen „MILES“ zu beten, dass sie wahre Soldaten Christi, des Königs, und ein "christliches Abbild der zeitlichen Ordnung" sein mögen.

 

Sub tuum praesidium.

 

Carlos de Aguiar Gomes

Meister und erster Diener der MILITIA SANCTAE MARIAE

(Miles, pauper et peccator)